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frau knoll (‘94 – ‘97)

November 3, 2008 mb Kommentieren Kommentare lesen

yellow room verabschiedet sich so langsam aus den köpfen und gehörgängen. neue zeiten brechen an names „bei plus“ und „padl“. während ich auf dem „padl“ (platz an der lieser in wittlich) viel neues erlebe und entdecke (z.b. wie viel waschmittel braucht man, um den brunnen zum schäumen zu bringen), gebe ich nebenbei saxophon unterricht im hdj, um mein azubi-gehalt etwas aufzubessern. im frühjahr 1994 verlasse ich wie so oft mit meinen saxophonkoffern unsere mietwohnung im dachgeschoss im „kirchgässja“ und lerne mitten „bei plus“ neue menschen kennen. u.a. einen sehr höflichen, zuvorkommenden, stubbitrinkenden skin namens stefan. „hass te bock auf punk ?“ „wat n dat ?“, war meine frage. „so mucke ala offspring, wat hächta als pop gedöns !“ war stefans antwort. eisch han da mal „jo“ gesagt und war ab sofort mitglied bei einer noch namenlosen punk kapelle. die proben im haus der jugend in wittlich waren völlig anders, als alles bisher da gewesene. laut, schnell, punkig und voller off-beats.

neben stefan (singsangkönich > danke mario) gab es da auch noch thorsten (gitarre), mario (schlagzeug), peter (bass) und „fränki“ (gesang und bongos) in der gründungsbesetzung. das programm bestand zum grossen teil aus eigenen stücken, wie z.b. dem sagenhaften stück „chilli“, „versicherungsagent“, „keine zeit“ aber auch aus cover-nummern der punk-szene, wie z.b. „nazis raus“ oder „california“. das erste grosse konzert stand an. ein name musste her.

im herbst 1994 kamen fränki und mario gleichzeitig mit sooo einer schnupfen nase zu einer probe. mit einer kartoffel (krumperen) bzw. knollen-nase. und schon war der name geboren. frauen waren zur damaligen zeit mangelware in bands, also wurde die combo kurzerhand auf „frau knoll“ getauft.

frau knoll 1994

v.l.n.r.:

stefan, mario, peter, thorsten, meine wenigkeit, frank

die punk-szene in der eifel boomte förmlich. ein konzert reihte sich an das nächste. neben dem „aufruhr-festival“ waren „kaputtensitzung“ und „osterpogo“ pflichtveranstaltung für jede punk band aus der eifel.

kurz vor dem ausstieg von thorsten gab es das erste grosse highlight in der musikalischen geschichte der frau mit knollennase. support-act (früher hiess so etwas auch „vorband“) für „die fremden“ aus berlin. im rappelvollen saal „peckardt“ (?) in lüxem, einem vorort von wittlich. mit dabei war der nachfolger von thosten, georg „goggi“ an der gitarre und mad max schneider, der kurzerhand für trommler mario eingesprungen ist, weil sich dieser unter nicht mehr so ganz nachvollziehbaren umständen einen arm gebrochen hatte.

weitere konzerte bei „kaputtensitzungen„, „osterpogos“ und beim „fetzdiwall“ in heidenburg folgten. nicht zu vergessen der wohl legendärste auftritt von „frau knoll“ in meiner geburtsstadt in erfurt als vorband von „no exit“. der auftritt war intensiv, umjubelt und am schluss umnebelt. mindstens ein schlagzeugfell ging zu bruch, ich hatte einen kater und der hauptact ist mit der gage stiften gegangen bzw. im morgengrauen per auto gen hauptstadt förmlich geflüchtet. so ganz nach dem motto hauptsache nicht teilen, die 70,- mark.

frau knoll kaputtensitzung 1996

1996 stieg peter als zweiter gitarrist neben goggie ein. als goggie im frühjahr 1997 kurz entschlossen verkündete: „ich ziehe quasi morgen nach berlin neu köln“, verlief sich der ska-punk im sande und „frau knoll“ wurde zur geschichte.

frau knoll war meine erste band, die neben ihrer musik auch fan-artikel verkauft hat. so gab es z.b. einen sticker mit dem spruch “ kackflecks f*** o**“ und sogar ein fan-magazin. die für die damalige zeit üblichen tonträger gab es logischerweise auch.

1995 erschien von frau knoll eine demo-kassette mit folgenden songs:

„keine zeit“, „chilli“, „frau knoll“, „kackfleck“, „speedy“ mit gast-saxophonistin britta

zwei jahre später ist frau knoll auf dem cd-sampler „hammerharte verkaufsschlager“ (1997) mit den songs „kackfleck“ und „geröll im gehirn“ vertreten.

dank myspace und meiner person gibt es seit ca. einem jahr eine kleine aber feine gedächtnis-seite für frau knoll im netz www.myspace.com/frauknoll

  1. M.P.von Knoll
    Juli 13, 2009 um 01:14 | #1

    Tach,
    is ja mal lustisch dass die frau k. nach so langer zeit noch bei manchen in erinnerung is.
    bei f.k. gabs keinen sänger,sondern ein singsangkönich!
    ausserdem will ich noch sagen dass mir immerwieder klar wird mit welcher qualität MUSIK gemacht wurde.
    ich war übrigens der klopfer ,der mit den knüppeln für den rütttmus zuständig war.
    in nachfolgenden bands bei denen ich rumgemacht hab
    wurden nie mehr so schöne lieder gemacht wie z.b.
    chilli,speedy oder auch psillopilzsong,der auf einer abenteuerlichen fahrt nach
    wales in einem b- kadett entstand,der laut englichen
    zöllner schon bessere tage geshen hat.
    O-ton Zöllner:well,this car has seen better days,isn“t it?
    und dann wollte er nicht mal mehr unsere pässe sehen,
    hat wohl mitleid gehabt.leider gibs die knolls nicht mehr,
    war ne schöne zeit und wenn ich das ganze dope noch hätte was ich früher während der proben verbraucht hab heut noch hätt,würd ich nen coffiischopp uffmachen.

    • mattheglad
      Juli 13, 2009 um 05:54 | #2

      tach herr peters… habe den sänger in singsangkönich abgeändert ;o)… respekt bis hier hin zum blog !

  2. M.P.Knoll
    Juli 13, 2009 um 01:45 | #3

    die knoll war geil und die musik war handwerklich gut gemacht!
    leider is vorbei,fände aber ein revival klasse.

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